Ausser Dienst: Eine Bilanz | 
| Autor: Helmut Schmidt Urheber: Helmut Schmidt Verleger: Siedler
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Bewertung: 21 Rezensionen Verkaufsrang: 5
Medium: Gebundene Ausgabe Ausgabe: 5 Seiten: 352 Versandgewicht: 1.3 Maße (innen): 8.6 x 5.7 x 1.3
ISBN: 3886808637 EAN: 9783886808632
Publikation: September 12, 2008 Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
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| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Eine kuerzliche Umfrage ergab, dass, waere der Mann nicht definitiv zu alt, sich 80 Prozent aller Deutschen Helmut Schmidt als idealen Kanzler vorstellen koennten. Wenn dies, 25 Jahre nach dem Rueckzug aus allen politischen Aemtern, keine Auszeichnung ist! Der Altkanzler, dessen unglaublicher 90. Geburtstag bevorsteht, rangiert im Bewusstsein der Deutschen immer noch als Staatsmann par excellence. Und eine solch hochrangige Persoenlichkeit erlaubt es sich, eine ausserdienstliche Bilanzierung seines politischen Erfahrungsschatzes vorzulegen. Denn, so Schmidt verschmitzt bescheiden, vielleicht koennte doch einer von den Juengeren daraus einen Nutzen ziehen. -- Nichts waere mehr zu wuenschen, Herr Bundeskanzler! Eines vorab: Es handelt sich hier nicht um die autobiografische Rueckblende auf ein politisches Lebens- und Gesamtwerk. Im Gegenteil. Schmidt, der Pragmatiker, moechte seine in aktiver Zeit gewonnenen Erfahrungen angesichts einer voellig veraenderten politischen Weltlage zur Verfuegung stellen. Immer im Gepaeck, die grossen philosophischen Fragen: Welchen Leitbildern sollten wir folgen? Was laesst sich aus Geschichte lernen? Im Spiegel gerade dieser Frage reflektiert der Altkanzler ueber die Unvorstellbarkeit eines Auslandseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan noch zu seinen Zeiten. Gelegenheit fuer einen historischen Ausflug und die noch immer problematische Stellung Deutschlands im politisch-militaerischen Weltgefuege. Natuerlich holt der Wirtschaftsfachmann Schmidt zu einem satten Referat ueber die Finanzmaerkte aus. Beklagt wird die verschlafene Modernisierung unseres zerkluefteten Bankensystems, gewarnt wird vor Spekulantentum und Heuschreckenfluegen. Betrauert die grosse Zeit des von der RAF ermordeten Freundes Herrhausen und seiner Deutschen Bank. Institutionen, so Schmidt, an die sich eine Bundesregierung in oekonomischen Fragen noch vertrauensvoll wenden konnte. Wie anders heute. Der Kanzler wird (in Massen) privat. Erstaunt vernehmen wir, dass Schmidt die Guillaume-Affaere als Ruecktrittsgrund Willy Brandts im Mai 1974 voellig inakzeptabel fand und ihm die eigene kuenftige Kanzlerschaft grosse Sorgen bereitete. Risiken und Chancen der Globalisierung. Der Sonderfall der Neuen Bundeslaender. Die radikal veraenderte Rentensituation, die ebenso radikal veraenderte Massstaebe verlangt. Ein kleiner Seitenhieb auf Lafontaine und seine Sekundaertugenden. Eine Schulung bei den antiken Rhetorikern. Spurensuche nach eigenen Fehlern. In einem der letzten Saetze seiner klugen Reflexion appelliert der Altkanzler mit einer roemischen Weisheit an die heutige Politikerkaste: Im Zweifelsfalle sei das Gemeinwohl hoeherzustellen als die eigene Karriere. Um schliesslich witzelnd, aber nicht ohne Wehmut festzustellen: Die meisten meiner Weggefaehrten haben schon endgueltig ihre Adresse gewechselt. - Das koennen Sie sich aus dem Kopf schlagen, Herr Bundeskanzler. Die Republik braucht Sie noch! -Ravi Unger
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| Kundenrezensionen: Gelesen 16 mehr Rezensionen...
Mit grossem Gwinnn Dezember 3, 2008 Birgit Assel Mit grossem Gewinn lese ich das Buch von Helmut Schmidt. Er schafft es, die Geschichte mit der Gegenwart zuverbinden und es ist zu Weilen erschreckend, wie wenig wir daraus gelernt haben. Doch Helmut Schmidt ist nachsichtig und zuversichtlich, fuer ihn ist Demokratie kein Zustand sondern ein Prozess, was mich auch wieder nachsichtig stimmt. Beeindruckt hat mich seine parteiuebergreifende Wertschaetzung gegenueber Andersdenkenden. Er ist auch heute noch mit 90 Jahren eine Lernender und alles andere als ein "Besserwisser", er steht zu seinen Schwaechen und sagt ganz klar, dass er nicht zum Vorbild tauge und dies auch nie seine Absicht gewesen sei, wahrscheinlich ein Grund weshalb er so authentisch ist. Seinen Ergeiz begruendet er in dem Wunsch nach Anerkennung und vergleicht sich darin mit Schauspielern und Kuenstlern. Das zeugt von Ehrlichkeit, ohne sich hinter altruistischen Motiven zu verstecken oder als "Weltverbesserer" aufzutreten. Zudem ist er ein Zeitzeuge mit viel Lebenserfahrung, politisch und persoenlich, und einem immer offenem Geist. Als Helmut Schmidt 1918 das Licht der Welt erblickte gab es noch Postkutschen, Autos waren eine Seltenheit, ganz zu schweigen von der heutigen Technologie. Er hat den Hitler-Wahnsinn miterlebt und ueberlebt, hat schmerzliche Verluste durchlitten. Was mir natuerlich auch bewusst ist und ich glaube ihm selbst auch, das seine Frau die tragende Stuetze in seinem Leben ist, das gibt es in der heutigen Generation der emanzipierten Frauen so nicht mehr und das ist auch gut so. Der Spruch "hinter jedem starken Mann, steht ein starke Frau" hat keine Gueltigkeit mehr. Das ist auch Helmut Schmidt klar und in seinem Buch drueckt er auch ganz klar aus, das es hier kein zurueck mehr gibt und er auch keinen Sinn darin sieht. Auch wenn Helmut Schmidt auf den ersten Blick emotional "hanseatische" kuehl wirkt, spuert man beim Lesen zwischen den Zeilen seine Liebe zu den Menschen. die ihm nahe standen und stehen. Dieses Buch hat mich bereichert und zugleich meine Seele tiefberuehrt. Vielen Dank, lieber Helmut Schmidt (eine "Urenkelin")
Ein Staatsmann mit Weitblick zieht seine persoenliche Bilanz November 8, 2008 Joachim Weiser 2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Helmut Schmidt hat einmal gesagt, ein Autobiograf laufe immer Gefahr, sich schoener darzustellen, als er sei, und deshalb werde es von ihm nie Memoiren geben. Laut Untertitel handelt es sich bei seinem neuen Buch daher um eine Bilanz, nicht um Memoiren. Altkanzler Helmut Schmidt hat im Vorfeld seines 90. Geburtstages sein neues Buch Ausser Dienst veroeffentlicht. Doch Schmidt ist alles andere als das. Als ehemaliger Bundeskanzler und Staatsmann mit Weitblick mischt er sich auch im hohen Alter in die Politik ein und kommentiert aktuelle Entwicklungen. Helmut Schmidt hat auch in diesem Buch wieder einiges zu sagen, haelt Rueckschau auf sein bewegtes Politikerleben und zieht dabei eine persoenliche Bilanz. Ausser Dienst ist ein Werk der Rueckschau mit einer Prognose in die Zukunft sowie des panoramahaften Ueberblicks ueber mehrere Jahrzehnte politischer Zeitgeschichte - durch den Blick des Staatsmannes. Ueber weite Passagen beschraenkt sich Ausser Dienst jedoch nicht auf die Rueckschau, sondern beschaeftigt sich intensiv mit draengenden Zukunftsproblemen - vom internationalen "Raubtierkapitalismus" bis hin zum Aufbau Ostdeutschlands. Als wuerde der Autor noch fuer weitere Legislaturperioden Verantwortung tragen. Helmut Schmidt verfolgt und analysiert gewohnt gekonnt mit sicherer Urteilskraft das politische Geschehen, kommentiert aktuelle Vorgaemge und gibt seine Ratschlaege. Er macht sich in dem Buch seine Gedanken ueber die historische Bedeutsamkeit des 20. Jahrhunderts (deutsche und europaeische Geschichte, EU etc.), dem Zustand und dem Fortwirken des 21. Jahrhunderts. Dabei stellt er immer den in der Verantwortung stehenden Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns und Wissens. Der Staatsmann Helmut Schmidt stellt neben sittlichem Handeln, Verwantwortungs- und Pflichtbewusstsein den in der Verantwortung stehenden Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns. Er weiss dabei aufgrund seiner politischen Erfahrung und seiner sicheren Urteilskraft zu ueberzeugen. In seinen Vorschlaegen und Aeusserungen mit Weitblick wird stets der Vernunft und der Verantwortung im Bezug auf die zu erfordernde Moralitaet im gemeinschaftlichen Zusammenleben der Vorrang eingeraeumt, was ihn zu einer gewissen Vorbildfunktion charakterisiert - gerade im gegenwaertigen Zustand mangelnder Vorbilder. Helmut Schmidt's Bilanz ist eine lesenswerte Mischung aus Grundkurs Politik, Erinnerungen und Einschaetzungen, religionsphilosophischer Meditation und einem bemerkenswerten Kapitel, in dem Schmidt ueber die eigenen Fehler nachdenkt. Es ist ein lebendiges Buch voller Gedanken und Erinnerungen, sorgfaeltiger Analysen und kleiner Anekdoten, ein Buch, das als die Summe eines reichen Politikerlebens gelten kann.
Nicht ganz der grosse Wurf Oktober 28, 2008 IsraelJackson (Buechertownbeach) 2 aus 5 fanden die folgende Rezension hilfreich
Helmut Schmidt, der grosse alte Mann mit der Zigarette polarisiert natuerlich. Einer der wenigen Politiker der "alten" Bundesrepublik, die sich noch regelmaessig zu Wort melden. Oft wird ja angenommen, das neue Buch von Herrn Schmidt sei wieder so etwas wie eine Biographie. Na, das stimmt nur ganz zum Teil - natuerlich wird gerne auf Lebenserinnerungen zurueckgegriffen, besonders im ersten Drittel des Buchs, aber Schmidt berichtet in loser Reihenfolge und in der Form kurzer Essays ueber seine Erfahrungen, vor allem auch persoenlicher Art, die er in seiner langen Laufbahn als Politiker gesammelt hat. Er berichtet auch von Fehlern und Versaeumnissen und wendet sich auch besonders an junge Menschen in der Politik und gibt Ratschlaege. Das Buch ist immer in klaren, eher einfachen Worten abgefasst. Was manchmal aber auch ein bisschen oberflaechlich wirkt. Es werden viele Namen aufgezaehlt, die Schmidt beeinflusst haben, aber das Konkrete entzieht sich manchmal etwas. Beispiel: S.37 zur Rolle der Gewerkschaften, Banken, da heisst es, der Kontakt zur Wirtschaft sei "wichtig", das ist aber dem Leser sicher keine grosse Neuigkeit und solche Binsenweisheiten sind leider ziemlich haeufig im Buch. Andere Sachen aus den 50er/60er Jahren sind aber auch zeitgeschichtlich interessant, z.B. die Story mit dem Atomminenguertel in Deutschland oder dem Flughafenprojekt bei Hamburg. Es mag zwar etwas trivial klingen, was z.B. ueber das angebliche (mangelhafte) Wissen der Deutschen ueber ihre Nachbarlaender gesagt wird, mit seinen ganzen putzigen Aufzaehlungen (S.103-118) hat Schmidt aber da schon recht - wie viel wird wirklich ueber die Politik in Daenemark oder Kulturelles in Tschechien bekannt?- In Deutschland ist das Interesse an den Nachbarn tatsaechlich nicht so herausragend. Gesamteindruck: Ein Buch, das tatsaechlich mehr von einem grossen Namen lebt. Es enthaelt einige interessante Stellen und wenig Neues, Schmidt praesentiert sich als Netzwerker und Machtmensch mit einem guten Sinn fuer Entwicklungen, aber auch als Mann der Wirtschaft- Globalisierungsgegner z.B. lehnt er rundheraus ab. Da scheint er einen besonderen Gegner gefunden zu haben, wie man an vielen Stellen im Buch lesen kann. Einen besonderen Ratgeber fuer angehende Politiker kann ich aber im Buch nicht wirklich erkennen.
Auch noch ausser Dienst dienen Oktober 25, 2008 Detlef Ruesch (Freising, Bayern) 12 aus 14 fanden die folgende Rezension hilfreich
Helmut Schmidt ist ein umstrittener, diskussionsfreudiger und -anregender Mensch, wie man ihn sich insbesondere als Politiker heutzutage oefter wuenscht. Wer bis ins hohe Alter hinein derartig interessiert am oeffentlichen Leben bleibt, sich einmischt und immer wieder Bruecken zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen vermag: dem gebuehrt an sich schon Respekt. Sein neues Buch unterstreicht seine Leistung und Haltung fuer den deutschen Staat wiedermal in besonderer Weise. Ihm gelingt es, in ausgesprochen deutlicher und verstaendlicher Sprache, Einschaetzungen zu den grossen und kleinen Themen in Deutshcland und der Welt abzugeben. Seine von Respekt gepraege Sprache erhaelt hier einen passenden Rahmen. Man hat als Leser das Gefuehl, als unterhalte man sich mit dem Altbundeskanzler. "Ausser Dienst" ist fuer dieses Werk auch der passende Titel; denn Helmut Schmidt hat in seinem Leben gezeigt, dass man auch ausserhalb des Dienstes dem Wohle des Volkes verpflichtet ist und ihm dienen kann. Ob nun in seinen politischen Aemtern oder als Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit": Helmut Schmidt war eigentlich nie "ausser Dienst". Sicher kann man ihm einzelne politische Entscheidungen vorwerfen und auch sein Zigarettenkonsum mag nicht immer auf Anerkennung stossen; dennoch gebuehrt seinem uebergreifenden Fach- und Allgemeinwissen und seine Einschaetzung moralischer Fragestellungen hoher Respekt. Fuer dieses Werk fehlt es stellenweise an tiefergehenderen Erlaeuterungen; doch schafft er es Weitblick in die politische Landschaft zu geben, die allzu oft von Schnellschuessen und demoskopischen Aspekten gepraegt ist. Die Kapiteleinteilung selber (Erfahrungen veraendern Massstaebe, aus der Geschichte bzw. aus persoenlichen Erfahrungen lernen,die Welt vor neuen Herausforderungen, Deuschland muss sich aendern sowie Religion, Vernunft und Gewissen) laesst gut erkennen, welchen Gebieten Helmut Schmidt besonderes Augenmerk schenkt und welche er dem Politikernachwuchs und allen der Demokratie verpflichteten Menschen besonders ans Herz legt. Die parteiuebergreifenden, langfristig orientierten, von enormen Wissen gespeisten Denkansaetze und -anstoesse von Helmut Schmidt - gepaart mit besonderer Charakterstaerke und Menschenfreundlichkeit - machen das Buch "Ausser Dienst" zu einem Vermaechtnis, zu einem Appell, im Wirken, Streben und besonderem Einsatz fuer die Demokratie und die Menschenrechte nicht nachzulassen; man hat Helmut Schmidt zu danken, dass er sich unermuedlich fuer ein soziales und demokratisches Deutschland, das eingebettet ist in einem europaeischen und globalen Netzwerk, eingesetzt hat. So heisst es fuer die Zukunft, die Bilanz "Ausser Dienst" genau zu studieren und Rueckschluesse fuer das private und oeffentliche Leben zu ziehen: denn Demokratie kennt kein "Ausser Dienst"!
Schwach Oktober 20, 2008 frankfurtheinz 6 aus 36 fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeitlicher Abstand und allseits unterstellte intellektuelle Brillanz haetten den Autor zu mehr befaehigen muessen als zu diesem schwachen Buch. Jede visionaere, kritische oder auch provokante These sucht man vergebens. Zu sehr bleibt Schmidt einem hilflos wirkenden, oft als staatsmaennisch misdeuteten Pathos verhaftet. Allenfalls noch die aussenpolitischen Mahnungen und Anregungen geben - wenn schon nicht neu - kleinere Denkanstoesse. Die Appelle an die Redlichkeit von Berufspolitikern wirken putzig. Die von blanker Unkenntnis oder zumindest grob veralteten Wissen verruehrenden Kommentare zu Wirtschafts- und Finanzfragen haetten ein sorgfaeltiges Fachlektorat so nicht passieren duerfen.
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