Der Baader-Meinhof-Komplex: | 
| Autor: Stefan Aust Urheber: Stefan Aust Verleger: Goldmann Verlag
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Bewertung: 86 Rezensionen Verkaufsrang: 115
Medium: Broschiert Seiten: 672 Versandgewicht: 1.2 Maße (innen): 7.2 x 5 x 1.9
ISBN: 3442469015 EAN: 9783442469017
Publikation: August 11, 2008 Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
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| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Gerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubilaeumsjahr mit dem Kinostart des oskarverdaechtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natuerlich draengt sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlaengst geschassten Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, befluegelt vom Hype um den Film noch einmal kraeftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust lohnt sich tatsaechlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso praezise wie unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der Autor fuer die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persoenliche Bekanntschaft mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Aegide von Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets auf eine Mauer des Schweigens stiess. Durchbrochen lediglich von einer Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Aeusserungen freilich gehuetet haben duerften, um ihre Bewaehrung nicht zu gefaehrden. Vor allem im Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespuer gefragt. Und ueber ein solches verfuegt der alte Hase des Enthuellungsjournalismus zweifellos in einem weit hoeheren Masse als die meisten anderen Publizisten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben. Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums fuer Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot diesmal ueber den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch in dieser Hinsicht eine erhellende Lektuere! Roland Detsch, literaturanzeiger.de
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| Kundenrezensionen: Gelesen 81 mehr Rezensionen...
sehr wichtiges Buch November 11, 2008 Brigitte Opl (Wetzlar) Ich finde dieses Buch ist ein ganz wichtiges Werk deutscher Geschichte. Es stellt die Tragik der 60 iger und 70 iger Jahre im politischen Kampf glasklar da.Das Buch ruettelt auf und macht bewusst, dass die Demokratie damals immer noch in den Kinderschuhen steckte...Ich hoffe, dass wir daraus weiter lernen und zu einem demokratischen und sozialen Staat uns entwickeln. Danke, dass es das Buch gibt.
Danke an Stefan Aust fuer dieses Buch November 11, 2008 Christiane Fischer (Hamburg) Da ich 1969 geboren bin, gehoere ich der Generation an, die immer neugierig auf die Plakate der Gesuchten starrte, wenn Muttern bei der Bank oder Post war.. Natuerlich kannte und hatte man von der Entfuehrung der Lanshut und Martin Schleiers -auch in meiner Generation- gehoert, dennoch kannte ich viele dieser kleinen Details nicht. Super geschrieben, ein fesselnder Krimi- Danke Stefan Aust
Aktuell wie eh und je November 8, 2008 Mark Frackenpohl Ich denke, viele Dinge sind schon gesagt und muessen nicht mehr wiederholt, und somit viele potentielle Leser bei der Information ueber dieses Buch gelangweilt werden. Das waere naemlich sehr schade - ist dieses Buch doch genau das Gegenteil von langweilig! Ich habe schon in Rezensionen zuvor gelesen, dass es teilweise als trockene Aneinanderreihung von Informationen gesehen wird - das hat dieses Buch nicht verdient, im Gegenteil: gerade eine gewisse nuechterne Betrachtungsweise gibt ihm doch gerade das, was es als objektiv auszeichnen kann. Stefan Aust, der selbst viele Leute kennenlernteoder bereits kannte, welche in die RAF oder zumindest in den Untergrund gingen, haelt trotzdem eine bewundernswerte Objektivitaet zum Thema. In meinem Buecherregal steht noch zudem noch die Taschenbuchausgabe von 1989, bereits "in Ehren" etwas angegilbt; jetzt koennte man denken: Wer ist so bloed und kauft sich dasselbe Buch zweimal? Dasselbe ist es aber nicht, denn was sich seitdem noch an neuen Erkenntnissen ergab, laesst das Thema nicht einfach unter dem Ueberbegriff "Deutsche Nachkriegsgeschichte" versinken. Die gebundene Ausgabe beinhaltet zudem viel Bildmaterial - grossartig! Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine DVD-Kollektion mit Doku-Material. Anmerken moechte ich noch etwas, eher allgemeiner Natur denn dem Produkt entsprechend: Ich fand es schade, dass mittlerweile viele Jugendliche oder Heranwachsende keine Ahnung von der Materie haben, obwohl es doch Auswuchs der so wichtigen 68er ist. Bedauerlich, wieviele im Kino sassen und an Stellen lachten, an denen eigentlich das Lachen im Halse stecken bleiben sollte...
Lehrreich... November 3, 2008 Peter Janik (Rhein-Main Gebiet) ... ist fuer mich das Buch von Stefan Aust durchaus. Es blieben einige Ungereimtheiten auf die Aust selber hinweist. Mein Kommentar zu der Geschichte "Two wrongs do not make one right." Die Verflechtungen der Geheimdienste (beider Seiten) zu Zeiten des Ost-West-Konflikts lassen durchaus die Vermutung zu das einige der Informationen in den Giftschraenken der jeweiligen Dienste verwahrt wurden und werden. Gefallen hat mir an dem Buch das der Autor nicht versucht die Motive zu bewerten oder gar welche zu postulieren. Interessant waere es die weissen Flecken die verbleiben auszufuellen. Mit Tatsachen, nicht Legenden. Am Ende bleiben Fragen offen. Und ein Gefuehl das beide Seiten an Glaubwuerdigkeit verloren haben. Fuer mich als Leser bewahrheitete sich das in jedem Konflikt das erste Opfer die Wahrheit ist und das die Entmenschlichung der Gegner ("Terroristen/Mordbuben","Schweine") einer der ersten Schritte Richtung Gewalt ist. Und das es immer wieder fatal ist an die eigene Propaganda bedingungslos zu glauben. Wer sich mit der juengeren deutschen Geschichte bekannt machen moechte sollte dieses Buch unbedingt lesen. Sicher werden beide Lager da auch Argumente fuer sich finden, aber das ist nur Rationalisierung der eigenen Haltung nach den oben erwaehnten "Two wrongs"...
Neuauflage 2008: Fakten, Fotos und Informationen Oktober 28, 2008 Tanja Heckendorn (Loerrach) 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ab dem 25. September laeuft der Film in den Kinos: "Der Baader-Meinhof-Komplex", der die Entstehung und Entwicklung der RAF, einer Terrororganisation in Deutschland, aufzeigt. Beim Betrachten des Filmplakates mag einem das Bild mit den Fahndungsfotos in den Sinn kommen. Oder man denkt an den politischen Wirbel um das Gnadengesuch von Christian Klar von 2007, das schliesslich abgelehnt wurde. Wer gerne genauer dahinter schauen moechte, was es mit den Ereignissen des sogenannten roten Jahrzehnts auf sich hat, der sollte sich die literarische Grundlage des Films zu Gemuete fuehren. Das als Standartwerk bezeichnete Buch des Journalisten Stefan Aust, der einige Mitglieder der ersten Generation persoenlich kannte, ist umfassend und aufschlussreich, selbst fuer Leser, die keinen hautnahen Kontakt zu der juengsten Geschichte Deutschlands haben. Seinen Ausfuehrungen kann man als Leser leicht folgen; sie sind spannend und sehr informativ. In seiner Chronik der Jahre 1968 bis Ende des Jahres 1977 verarbeitet er vielfaeltiges Quellenmaterial wie zum Beispiel Interviews mit Beteiligten, Geschaedigten, RAF-Dokumente, Zeitungsausschnitte, Polizei- und Gerichtsakten. Die vorliegende Ausgabe wurde durch zahlreiche Fotos ergaenzt. Neuere Erkenntnisse, vor allem Indizien fuer geheimdienstliche Aktivitaeten rund um den Sicherheitstrakt in Stammheim, wurden ebenfalls verarbeitet. Als Einstieg beschreibt Aust den Anfang vom Ende der RAF; die Todesnacht in Stammheim. Dann widmet er sich der Geburtsstunde der roten Vereinigung, der gewaltsamen Befreiung des geschnappten Baaders unter Mitwirkung der bis dahin sehr erfolgreichen Journalistin Ulrike Meinhof und den damit verbundenen Sprung in die Illegalitaet. Danach sind die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge angeordnet. Zu-naechst erfaehrt man von den blutig niedergeschlagenen Protesten anlaesslich des Besuches des persischen Schahs in Berlin und dem von Polizisten erschossenen Studenten, Benno Ohnesorg. Dann brennen in Deutschland die Kaufhaeuser, die als Protest gegen den Vietnamkrieg von Andreas Baader, Gudrun Ensslin angesteckt werden. Den Brandstiftern wird der gerichtliche Prozess gemacht; die Verurteilten nutzen die Entscheidungszeit der Revision fuer die Rekrutierung junger Rebellen fuer eine moegliche Re-volution und ruesten fuer die Zeit des Untergrundes. Der Krieg der "sechs gegen sechs Millionen" beginnt schon bald mit Bankueberfaellen, Autodiebstaehlen und Bombenanschlaegen. Aber der Staat schlaegt zurueck und wehrt sich gegen den alltaeglichen Terror. Gross angelegte Polizeifahndungen fuehren zu ersten Erfolgen: Baader, Meins, Raspe, Ensslin, Mohnhaupt, Braun, Meinhof und Mueller werden 1972 verhaftet. Waehrend der Stammheimer Prozess die Oeffentlichkeit in Atem haelt, werden Neulinge fuer die RAF angewor-ben und darauf getrimmt, die glorreichen Vorreiter der Terrororganisation wuerdig zu vertreten und fuer die Freilassung der politischen Gefangenen zu kaempfen. Weitere Morde sind zu verzeichnen. Ihren Hoehepunkt finden die Ereignisse im sogenannten Deut-schen Herbst 1977, in der Ermordung des Arbeitgeberpraesidenten Hanns Martin Schleyer und der Entfuehrung und Befreiung der Passagiere und der Crew der Landshut. Nach dem Scheitern dieser Aktionen verliert die RAF ihre mordlustige Gewalt und so werden die darauf folgenden Jahre von Aust nur kurz zum Schluss behandelt. Stefan Aust schreibt sachlich und geht des oefteren auch ins Detail. Die schillernden Figuren wie Baader, Ensslin und Ulrike Meinhof werden portraitiert. Gerade durch die beinah unbeteiligte Berichtserstattung werden Emotionen geweckt. Wenn die Beteiligten selbst zu Wort kommen und man dann die Aussagen mit den Tatsachenberichten vergleichen kann, wird klar, wie weit das idealisierte Propagandabild der RAF von der Wirklichkeit entfernt war. Wie Aust selbst betont, sind der Schilderung vergangener Ereignisse Grenzen gesetzt, die selbst bei der Aktualisierung und Ergaenzung des urspruenglichen Werkes von 1985 nicht zu ueberwinden waren. Nicht jeder war bereit dem Journalisten Auskunft zu geben und natuerlich sind Augenzeugenberichte subjektiv gefaerbt. Trotz dieser Einschraenkungen ist es dem Autor gelungen, ein beeindruckendes Gesamtwerk zu bilden, an dem keiner vorbei kann, der sich ein moeglichst klares Bild von der RAF machen moechte.
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