Die Weiterbildungsluege: Warum Seminare und Trainings Kapital vernichten und Karrieren knicken | 
| Autor: Richard Gris Urheber: Richard Gris Verleger: Campus Verlag
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Bewertung: 6 Rezensionen Verkaufsrang: 19801
Medium: Gebundene Ausgabe Ausgabe: 1 Seiten: 248 Versandgewicht: 1 Maße (innen): 8.7 x 5.8 x 1
ISBN: 3593386798 EAN: 9783593386799
Publikation: August 11, 2008 Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
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Respekt fuer den Mut und die Klarheit Oktober 12, 2008 Daphne Pieper 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch hat mir aus dem Herzen gesprochen. Als Trainerin erlebe ich immer wieder Situationen, in denen mir unmotivierte Teilnehmer in den Seminaren begegnen und ich mir bei etlichen Trainings die Frage stelle, ob die Teilnehmer wirklich etwas umsetzen und ob es nachhaltig ist. Deshalb habe ich das Buch mit grosser Freunde gelesen und den Autor ein stueckweit bewundert. Denn, was man eigentlich nicht laut sagen darf, schreibt er sehr anschaulich, mit Beispielen und in bestechender Klarheit, Schaerfe und Eindeutigkeit. Es verdient Respekt, dass der Autor den Mut hat, dieses heikle Thema anzusprechen. Dabei liest sich das Buch aeusserst unterhaltsam und angenehm kurzweilig. Sicherlich auch aufgrund manch provokanter Formulierungen und Ueberschriften. Ich finde genauso wie der Autor am Ende seines Buches deutlich macht, dass vielmehr Training direkt am Arbeitsplatz erfolgen sollte, z. B. dass ein Trainer oder Experte aus dem Kollegenkreis Wissen weitergibt oder Rueckmeldungen zu Verhalten ausspricht, z. B. wie jemand Besprechungen leitet oder Mitarbeitergespraeche fuehrt. Leider trifft dieser an sich sehr gute Ansatz in der Praxis oft auf taube Ohren, weil sich keiner gerne ueber die Schulter schauen laesst oder es als zu aufwendig abgetan wird. Das Buch listet in den verschiedenen Kapiteln sehr klar die Punkte auf, die heute nicht im Rahmen von Weiterbildung beachtet werden, sei es, dass Leute trainiert werden, die nicht die Lernoffenheit haben oder einfach aus Bequemlichkeit nicht ueben wollen. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass sich Vorgesetzte zu wenig um Nachhaltigkeit kuemmern oder ihre Mitarbeiter entsprechend auf Seminare vorbereiten. Das Buch ist insofern eine sehr gute Reflektionsflaeche, um seine eigene Arbeit bezueglich der beschriebenen Negativpunkte abzuchecken und gegenzusteuern. Schade finde ich jedoch bei all dem Positiven zu dem Buch dass mit dem Buch ein sehr generelles Bild gezeichnet wird. Da wird z. B. die ganze Trainerszene als Bluffer und Blender degradiert. Ich haette mir mehr Differenziertheit gewuenscht uebrigens fuer alle, die bei Richard Gris ihr Fett abbekommen: Vorgesetzte, Trainer, Personalentwickler und die Mitarbeiter selbst. Denn es gibt da sicher auch viele positive Beispiele. Dennoch ist mein Fazit: Das Buch ist ein Muss fuer jeden, der mitreden will und Weiterbildung in eine Richtung bringen moechte, dass sie etwas bringt.
Da bleibt der Sauhund doch glatt vor der roten Ampel stehen - Sapperlott ! September 29, 2008 Andreas Wiedow (Frankfurt, He Deutschland) 2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Die prickelndste Bankrotterklaerung fuer Personal-Entwicklungs-Abteilungen und Weiterbildner, die mir bislang unter die Lupe gekommen ist. Mit Esprit geschrieben stellt Richard Gris in seiner Weiterbildungsluege die derzeitige Weiterbildungspraxis in Deutschland gekonnt an den Pranger. Auch wenn Viele schon Sturm laufen, seine wahre Identitaet fordern und Nestbeschmutzer noch einer der harmlosen Ausdruecke fuer ihn ist. Mit Vielem, was er anspricht, haelt er den Finger in die Wunde der Weiterbildungslandschaft. Im Grunde haette er das ganze Buch auch in zwei Saetzen zusammenfassen koennen, doch haette Campus das dann wohl nicht veroeffentlicht. 1) Ich kann aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen - trifft auf viele unbedachte Weiterbildungsmassnahmen zu. 2) Viele Weiterbildungsabteilungen sind zu blossen Erfuellungsgehilfen ohne Rueckgrat verkommen. - Alles, was beantragt wird, wird auch genehmigt. Gut, dass Campus auf ein komplettes Buch gedraengt hat. Sonst koennten Sie nicht ueber so anschauliche Beispiele dieses offensichtlichen Kenners der Szene, Richard Gris, schmunzeln, wie z.B. den Klassiker von Robert Dilts ueber den Patienten, der glaubt, er sei eine Leiche und dessen Glaubenssystem sich nach dem Besuch beim Psychiater tatsaechlich veraendert hat. Fraglich allerdings, ob in die gewuenschte Richtung, wenn er sagt: "Verdammt, Leichen bluten doch." Weiterbildung sei Millimeterarbeit und der Leidensdruck muesse entsprechend hoch sein sind nur zwei Kernthemen, die Gris auf amuesante Weise auf den Punkt bringt. Ob dafuer gleich Mitarbeiter erschossen werden muessen, wenn sie's nicht schaffen, sei mal dahin gestellt, auch wenn das nach Meinung des Autors Bewegung in's Spiel bringen wuerde. Mit der Forderung, sich von der Piep, Piep, Piep, wir haben uns alle lieb-Kultur abzuwenden, vermehrt Konflikte auch auszutragen und auszuhalten stellt er schliesslich noch die Forderung nach mehr Pitbulls in Personalentwicklungs-Abteilungen auf. Freilich ohne zu sagen, wie die genaue Versorgung der vielfaeltigen Wunden zu erfolgen hat. Da bin ich schon gespannt auf Teil 2. Moeglicherweise dann mit echtem Namen, nachdem dieses Buch sich zigtausendmal verkauft hat und sich der Autor einen gemuetlichen Lebensabend mit seiner Familie auf seiner eigenen Insel erlauben kann. Verdient haette er's. In der Zwischenzeit macht das Gros der Weiterbildung, was es stets gemacht hat: Wirft ihm vor, keine Loesungen zu bieten. Aber das hat das Gros der Weiterbildung ja schon immer gemacht. Gewartet, bis ihm der Allerwerteste hinterher getragen wurde. Nix da. Selber denken. Neue, knackige Konzepte entwickeln. Ueberzeugen. Was die Kritik der Weiterbildner aber auch bedeutet: Sie sehen die Wunden . . . hehehe . . . *schmunzelgrins' . . . @ Da bleibt der Sauhund doch glatt vor der roten Ampel stehen - Sapperlott ! Das stand auch irgendwo im Buch. Hat mich angesprungen. Kann mich an die Seite nicht mehr erinnern. Empfehlung deshalb: Kaufen . . . Have fun, Andreas Wiedow
Papiertiger-Revolutionaere September 22, 2008 Christoph Burger 9 aus 11 fanden die folgende Rezension hilfreich
Richard Gris ruft zur Revolution gegen die Weiterbildung aus. Trainer zockten Honorare ab, Personalentwickler sicherten sich bloss den eigenen Job, Fuehrungskraefte drueckten sich nur davor, ihren Mitarbeitern die Meinung zu sagen. All dies belegt Gris anhand von Studien und Fallbeispielen. Obwohl das Buch systematisch aufgebaut ist, erfaehrt man allerdings nicht, auf wie viele Handelnde sich diese Kritik bezieht. Sind es alle? Die meisten? Zehn Prozent? Vor allem: Gibt es auch eine groessere Menge positiver Akteure? Welche positiven Wege werden ueberhaupt beschritten? Hier wuerde ich mir als Leser gerne ein Bild machen, aber der Text ist anders aufgebaut. Systematisch werden alle Schwachstellen des Bildungssystems aufgefuehrt und anhand von - gerade passenden - Studien und Beispielen belegt. Die Behauptung, dass deshalb alles nichts bringe, ist deutlich weniger nahe liegend, als die Erkenntnis, dass es viel zu beachten gibt, wenn man positiv wirken will. Soweit kommt es allerdings nicht, da das verkaufsfoerdernde "Alles oder Nichts" gewaehlt wurde: Weiterbildung bringt nichts. Punkt. Das Merkwuerdigste bleibt allerdings, dass Herr Gris nicht nur seit zwanzig Jahren Trainer ist, sondern es auch bleiben will und auch nicht Gris heisst. Seine Zeugen bleiben ebenfalls anonym. Keiner moechte also mit Namen fuer das Werk gerade stehen. Die hanebuechene Begruendung: Ich bin Familienvater und lebe davon. Heisst: Ich mache zwar eine unverantwortliche Arbeit, die reine Abzocke, aber ich will es weiter machen. Heisst: Die Zustaende sind uebel, macht eine Revolution, aber sucht euch einen anderen Anfuehrer, ich stehe nicht zur Verfuegung. Und sucht euch andere Mitstreiter, denn meine Quellen wollen anonym bleiben. Und Vorbilder kann ich euch leider auch nicht bieten, weil mein Buch ist halt kritisch. Mit dieser Rueckgratlosigkeit ist Herr Gris ein guter Beleg fuer die Missstaende der Branche. Bei all dem vergisst man leicht, dass es natuerlich besser ist, mit einem solchen Buch die Diskussion zu beginnen, als nur den Mund zu halten und zynisch weiter zu kassieren. Was ist weiter zu loben? Gris belegt, dass er ein breites Wissen besitzt und sicher nicht der schlechteste Trainer ist. Er schreibt leserlich und gliedert ordentlich. Fazit: Auch eine Revolution braucht Personal, insbesondere eines, das Menschen hinter sich sammelt und mutig voran schreitet und erklaeren kann, wohin es geht. Der Campus-Verlag und Herr Gris leisten dies heute (noch) nicht und beschraenken sich aufs Geldverdienen. Schade, dass dies so ist und man es zwischen den Zeilen dem gesamten Buch anmerkt.
Klartext zu einem wichtigen Thema September 5, 2008 Elisa Bergmann (Duesseldorf) 8 aus 11 fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Autor berichtet unverbluemt aus dem alltaeglichen Fort- und Weiterbildungsgeschaeft und stellt seine Insider-Kenntnisse eindeutig unter Beweis. Der Leser wird nicht mit langweiligen Fachtermini ueberfordert, sondern unterhaltsam in die verschiedensten Szenen gefuehrt. Gerade die kurzweilige Schreibe regt zum Weiterlesen an. Sicher werden sich viele Teilnehmer diverser Seminare und Coachings in diesem Buch wiederfinden, denn wer kann schon von der Hand weisen, dass die vermittelte Theorie oft im Arbeitsalltag versandet. Das Gelernte in der Praxis umzusetzen, darin liegt die Kunst. Dazu regt die Lektuere dieses Buches auf jeden Fall an.
Ohne Loesungsansatz wie viele Weiterbildungsmassnahmen September 4, 2008 Comnessio Ltd Co KG (Nuernberg) 9 aus 14 fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie so viele Buecher der "Wie lebe ich besser"-Literatur finde ich in diesem Buch sehr viele Geschichten/Beispiele von Seminarteilnehmern und Fuehrungskraeften und Trainern aber leider nur sehr wenige fundierte Beweisfuehrung und schon gar keine Loesungsansaetze. Grundsaetzlich gebe ich "Herrn Gris" recht. Sehr viele Weiterbildungsmassnahmen scheitern an der Nachhaltigkeit. Doch die Polemik in diesem Buch hilft eben nicht weiter ... auch nicht der Weiterbildungsbranche. Als Kollegin von Herrn Gris haette ich da fundierte Analysen und Hintergruende erwartet. Wieder einmal ein Buch, mit dem nur Geld verdient sein will ohne wirklich etwas zu bewegen. Wirft der Autor dies nicht seinen schreibenden Kollegen vor? Schade, viel Geld fuer wenig Ergebnis!
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